Lunge und Bronchien
Beschwerden wie Luftnot, Husten, blutiger Auswurf, Brustschmerzen oder starkes nächtliches Schwitzen können ein Hinweis auf eine Lungenerkrankung sein. Müdigkeit tagsüber oder lautes unregelmäßiges Schnarchen können durch eine nächtliche Atmungsstörung bedingt sein. Eine ungewollte Gewichtsabnahme kann ein erstes Zeichen der häufigsten tödlichen Krebserkrankung (Lungenkrebs) sein. Um solche Symptome abzuklären und die dahinterstehenden Erkrankungen wirksam zu behandeln, verfügt die Innere Abteilung über eine umfangreiche apparative Ausstattung
Im Lungenfunktionslabor (Bodyplethysmographie) können Störungen der Atmung im Rahmen eines Asthma, chronisch obstruktiver Bronchitis, Lungenemphysem, Lungenfibrose etc. erkannt werden. Es werden bronchiale Provokationstests oder Hauttestungen mit verschiedenen Allergenen (Prick-Test) durchgeführt.
Die Videobronchoskopie ermöglichst es, über die Luftröhre und die Bronchien die Lunge quasi von innen zu inspizieren. Diese Untersuchung ist nach örtlicher Betäubung und auf Wunsch auch mit einem Schlafmittel schmerzfrei. Mittels Spülflüssigkeit ist es uns möglich, Erreger komplizierter Lungenentzündungen nachzuweisen. Zu Diagnosezwecken können wir kleine Gewebeproben, bei Bedarf auch unter Röntgenkontrolle, aus der Peripherie der Lunge entnehmen. Auch viele therapeutische Eingriffe führen wir auf diesem Wege durch:
Bei Bluthusten können wir die Blutung durch Argonplasmakoagulation stillen, bei entzündeten Bronchien und Luftnot verschafft das Absaugen von Schleim, der die Atemwege verlegt Linderung, bei Verengung der Bronchien durch Lungenkrebs kann die Einlage von stützenden Prothesen (Stents) helfen, die Luftwege offen zu halten. Unklare „Knoten“ oder „Verschattungen“ in der Lunge müssen abgeklärt werden - Lungenkrebs ist nur im Frühstadium heilbar. Gelingt dies durch die Bronchoskopie und Röntgenaufnahmen nicht, werden solche Befunde auch unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle punktiert. Ist wegen einer Erkrankung eine Operation oder Bestrahlung der Lunge erforderlich, so gibt es hier eine enge Kooperation mit dem Werner Forßmann Krankenhauses in Eberswalde.
Die Thorakoskopie inspiziert die Lunge quasi von außen. Bei unklaren Ansammlungen von Flüssigkeit im Bereich des Rippenfelles (Pleura-Erguss) kann diese entfernt werden und Lunge und Rippenfell auf einem Videobildschirm betrachtet werden. Gewebeentnahmen sind ebenso möglich wie die „Verklebung“ (Pleurodese) des Rippenfellraumes. Das Nachlaufen des Ergusses ist dadurch nicht möglich, die Luftnot beseitigt.
Schlafneigung und Müdigkeit tagsüber können ebenso wie lautes unregelmäßiges Schnarchen mit beobachteten Atemaussetzern nachts Hinweise auf ein Schlafapnoesyndrom sein. Die Abteilung für Innere Medizin verfügt über das modernste Schlaflabor zur Abklärung nächtlicher Atmungsstörungen. Dabei ist der Patient "verkabelt", aber trotzdem mit seinem tragbaren Mess-System nachts frei beweglich. Die gesamte Nacht über werden Herzaktionen, Atembewegung, Atemfluss, Schnarchgeräusche, Körperposition, Sauerstoffsättigung des Blutes, Augenbewegungen, Muskelaktivität und Gehirnströme registriert.
Am nächsten Morgen kann anhand dieser Daten genau ermittelt werden, warum der Schlaf des Patienten nicht erholsam ist. Bei nächtlichen Atmungsstörungen wird sofort in der nächsten Nacht eine Therapie mit Druckunterstützung über eine Nasenmaske (CPAP/BIPAP) eingeleitet. Schon in der ersten Therapienacht ist so der gefährliche nächtliche Sauerstoffmangel im Blut beseitigt, der Patient fühlt sich tagsüber ausgeschlafen und wacher. Patienten können sich zur Untersuchung und gegebenenfalls Therapieeinleitung einweisen lassen. Ein Vorgespräch kann in unserer ambulanten Schlafambulanz (Tel.: (0 33 31 - 27 11 13) stattfinden. Der ambulante Aufenthalt dauert je nach Befund ein bis drei Nächte. Bei chronischer Erschöpfung der Atemmuskelpumpe (bei schwerer Wirbelsäulenverformung oder chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung) können alle Formen der Heimbeatmung (über Gesichtsmasken oder Luftröhrenkanüle) eingeleitet werden.





